Dagongmei gegen Patriarchat und Kapital (China)

Das hiesige China-Bild ist geprägt vom Anprangern von Menschenrechtsverletzungen – zuvorderst freilich dem Grundrecht auf geistiges Eigentum und Eigentum an Produktionsmitteln. Dass die Arbeitsbedingungen in China nicht die besten sind, wissen wir implizit, dass Löhne dort gering sein müssen ebenso – wäre es ansonsten unmöglich die Weltmärkte mit Waren in dieser Form zu überschwemmen. Doch von konkreten Arbeits- und Klassenkämpfen in China nimmt die Öffentlichkeit in Deutschland kaum Notiz.
Wie kommt es, dass ein – nominell – kommunistisch geführtes Land heute zu den biggest players auf den kapitalistischen Weltmärkten gehört? Und noch mehr: Wer sind die Akteur*innen, die auf der „verlängerten Werkbank“ die Profite produzieren, die diese Weltmärkte mehr schlecht als recht heute noch über Wasser halten?

Im Mittelpunkt des Vortrags sollen die Dagongmei – wörtlich: »arbeitenden Schwestern« – stehen: Ihre Lebens- und Arbeitsbedigungen, die sie als Wanderarbeiterinnen* vom Land in die urbanen, industriellen Zentren Chinas und oft wieder zurück führten; das gewaltförmige Patriarchat, gegen das sie aufbegehren. Und vor allem ihre Kämpfe, Selbstermächtigungs- und organisierungsansätze.

Angesichts Chinas Bedeutung für den globalen Kapitalismus stellen die leidenschaftlichen Kämpfe der gefährlichen Klassen, der dagongmei und dagongzai¹ ebenso wie die der von Enteignung betroffenen Bäuer*innen und der „Umstrukturierungsmaßnahmen“ ausgesetzten Arbeiter*innen in den staatlichen Betrieben, einen Hoffnungsschimmer dar: Dass die historisch notwendige Überwindung des Kapitalismus gelingen könnte.

Wasserburg Mi, 24.05.17 – 19.30 Uhr
Kinowerkstatt – Kirchplatz 3
Rosenheim Do, 25.05.17 – 19.00 Uhr
Z – Linkes Zentrum in Selbstverwaltung – Innstraße 45a
Salzburg Fr, 02.06.17 – 19.00 Uhr
Infoladen – Lasserstraße 26

¹ Männlich* sozialisiertes Pendant der dagongmei.

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