Busfahrt nach Hamburg

Auch aus München wird es gemeinsame Anreisemöglichkeiten zu den Protesten in Hamburg geben. Bisher gibt es einen Bus, der am Donnerstag (6.7.) zur antikapitalistischen Vorabenddemonstration nach Hamburg und am Sonntag (9.7.) nach München zurück fahren wird.

Ticketpreis Normal: 65€ – Soli: 80€ – Sozi: 50€

Verkaufsstelle: Kafe Marat (Thalkirchnerstr. 102, München)

Weitere Infos beim Vortrag Ketten sprengen – Hafen lahmlegen am 22.06.17 in Rosenheim.

[Vortrag] Ketten sprengen – Hafen lahmlegen

Anfang Juli 2017 steht in Hamburg ein politisches Großereignis vor der Tür: der G20-Gipfel.

Doch was ist das eigentlich? Warum sollte ich dagegen protestieren? Was hat der Kapitalismus damit zu tun? Und was ist eigentlich diese Logistik, von der immer alle reden? Und warum wollt ihr bitte einen Hafen blockieren?

Um bei all diesen Fragen rund um den G20-Gipfel den Durchbluck zu behalten, wird die Münchener Grupe Antifa nt stellvertretend für das „ums Ganze!“ Bündnis auf all diese Fragen und mehr eingehen.

Im Vordergrund stehen dabei die Aktionen rund um den Hafen und die theoretischen Überlegungen zum Thema Logistik im Kapitalismus und Gipfelproteste im Allgemeinen.

In diesem Rahmen wird es natürlich noch reichlich Infos darüber geben was sonst so an Gegenaktivitäten zum G20-Gipfel in Hamburg geplant sind und wie ihr am besten anreisen könnt.

Rosenheim Do, 22.06.17 – 19.00 Uhr
Z – Linkes Zentrum in Selbstverwaltung – Innstraße 45a

05.Juni Blockade-Training

Update Das öffentliche Blockadetraining findet am Montag, den 5. Juni, um 14:00 Uhr im Rosenheimer Salingarten statt. Pressemitteilung der infogruppe rosenheim

Am Pfingstmontag werden wir in Rosenheim ein öffentliches Blockadetraining durchführen. Wir würden uns freuen wenn Du am 05.06. öffentlich mit uns durch Teilnahme an dem Training Deine Solidarität mit den von illegalen Meldeauflagen (wegen einem völlig legalen Blockadetraining) betroffenen Antifaschist*innen zeigst. Haltet Euch den Termin frei und leitet das Mail weiter. Auch über die Unterstützung von Mandatsträger*innen etc. würden wir uns freuen. Eine Bundestagsabgeordnete hat bereits zugesagt. Sobald es uns rechtlich möglich ist, werden wir den genauen Zeitpunkt und Ort veröffentlichen.

Rosenheim

Mo, 05.06.17 – 14.00 Uhr
Salingarten


„05.Juni Blockade-Training“ weiterlesen

Blutige Wirtschaftsplanung: Die Arbeitsreform in Mexiko

Update: Wegen einer ernsthaften Erkrankung einer referierenden Person musste die Veranstaltung leider zunächst abgesagt werden. Wir arbeiten an einer Nachholung.

Die Gruppe der 20 (G20) soll ein informelles Forum der angeblich führenden  Industrie- und Schwellenländer sein, das sich den globalen Widersprüchen zuwendet. Es handelt sich um 19 Länder, u.a. Deutschland und Mexiko sowie die gesamte EU als solche.

Die Arbeitsminister der G20-Regierungen treffen sich im Mai 2017 im eleganten Bad Neuenahr, um sich zu einigen, wie sie die Profite ihrer Bosse, der Megakon-zerne, auf Kosten der Arbeiter*innen optimieren können, dies jedoch ohne das System platzen zu lassen. Dieses Treffen soll Teil der Vorbereitungen für den G20-Gipfel im Juli in Hamburg sein.

In Mexiko gab es bereits eine Arbeitsreform, die einerseits die Dienstleistungen für die Arbeiter*innenklasse kürzte und privatisierte, und andererseits immer noch versuchen, die grossen Gewerkschaften zu zersplit-tern. Das alles geschieht im Kontext der Militarisierung, der systematischen Menschenrechtsverletzung und der Straflosigkeit.
Geplanter Staatsterror ist der richtige Name des Spiels.

Die Angst, Arbeit, Freiheit oder gar das Leben zu verlieren, hat die Bewegung der Industriear-beiter*innen mit wenigen Ausnahmen lahm gelegt.
Gibt es jedoch überhaupt irgendwelche Aussichten, die Macht der internationalen Konzerne und die der bewaffneten Kräfte des internationalen Kapitals zu besiegen?

Salzburg Mi, 17.05.17 – 19.00 Uhr
Infoladen – Lasserstraße 26
Rosenheim Do, 18.05.17 – 19.00 Uhr
Z – Linkes Zentrum in Selbstverwaltung – Innstraße 45a

Dagongmei gegen Patriarchat und Kapital (China)

Das hiesige China-Bild ist geprägt vom Anprangern von Menschenrechtsverletzungen – zuvorderst freilich dem Grundrecht auf geistiges Eigentum und Eigentum an Produktionsmitteln. Dass die Arbeitsbedingungen in China nicht die besten sind, wissen wir implizit, dass Löhne dort gering sein müssen ebenso – wäre es ansonsten unmöglich die Weltmärkte mit Waren in dieser Form zu überschwemmen. Doch von konkreten Arbeits- und Klassenkämpfen in China nimmt die Öffentlichkeit in Deutschland kaum Notiz.
Wie kommt es, dass ein – nominell – kommunistisch geführtes Land heute zu den biggest players auf den kapitalistischen Weltmärkten gehört? Und noch mehr: Wer sind die Akteur*innen, die auf der „verlängerten Werkbank“ die Profite produzieren, die diese Weltmärkte mehr schlecht als recht heute noch über Wasser halten?

Im Mittelpunkt des Vortrags sollen die Dagongmei – wörtlich: »arbeitenden Schwestern« – stehen: Ihre Lebens- und Arbeitsbedigungen, die sie als Wanderarbeiterinnen* vom Land in die urbanen, industriellen Zentren Chinas und oft wieder zurück führten; das gewaltförmige Patriarchat, gegen das sie aufbegehren. Und vor allem ihre Kämpfe, Selbstermächtigungs- und organisierungsansätze.

Angesichts Chinas Bedeutung für den globalen Kapitalismus stellen die leidenschaftlichen Kämpfe der gefährlichen Klassen, der dagongmei und dagongzai¹ ebenso wie die der von Enteignung betroffenen Bäuer*innen und der „Umstrukturierungsmaßnahmen“ ausgesetzten Arbeiter*innen in den staatlichen Betrieben, einen Hoffnungsschimmer dar: Dass die historisch notwendige Überwindung des Kapitalismus gelingen könnte.

Wasserburg Mi, 24.05.17 – 19.30 Uhr
Kinowerkstatt – Kirchplatz 3
Rosenheim Do, 25.05.17 – 19.00 Uhr
Z – Linkes Zentrum in Selbstverwaltung – Innstraße 45a
Salzburg Fr, 02.06.17 – 19.00 Uhr
Infoladen – Lasserstraße 26

¹ Männlich* sozialisiertes Pendant der dagongmei.

Arbeiter*innenbewegung in Indien

Als Britische Kronkolonie einst wirtschaftlich ruiniert, gehört Indien heute zu den Top-Ten auf der Liste der wirtschaftsstärksten Länder, noch vor dem G7-Staat Kanada. Diese neue Stellung unterstreicht der indische Staat auch durch massive Militarisierung: Gilt er doch als der wichtigste Waffenimporteur der jüngeren Vergangenheit weltweit.

Nach innen ist das Land durch tiefe soziale Verwerfungen gekennzeichnet: Das Kastenwesen begünstigt strukturelle soziale Benachteiligung, noch vor zehn Jahren galt fast jedes zweite Kind in Indien als mangelernährt. Die Lebensbedingungen auf dem Land sind mitunter katastrophal und von hoher Verschuldung geprägt, was tausende Bäuer*innen in den Selbstmord treibt. Eine massive Urbanisierung führt zugleich zur Verslumung der Großstädte.

150 Millionen Menschen beteiligten sich im September 2015 an einem eintägigen Generalstreik gegen die hindu-nationalistische Regierung Modis und ihre Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik. Gewerkschaften hatten sich zuvor erfolglos mit einer 12-Punkte-Charta an die Administration gewandt und Einschnitte der Koalitionsfreiheit, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und sinkende Löhne angeprangert. Am Jahrestag 2016 wurde abermals zum Generalstreik aufgerufen mit nochmals höherer Beteiligung – es könnte sich damit um den größten Streik der Menschheitsgeschichte gehandelt haben.

Klassenauseinandersetzungen werden in indischen Betrieben mit harten Bandagen geführt: Nachdem der Personalchef des Autozulieferers Pricol im Werk Coimbatore (Tamil Nadu) im Rahmen einer betrieblichen Auseinandersetzung getötet wurde, wurden zunächst acht Gewerkschafter*innen in einem Schauprozess zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt. Sechs von ihnen mussten im Februar 2017 letztinstanzlich wieder freigesprochen werden. Für die übrigen beiden dauert der Kampf an. Ebenso für die »Maruti 13«: In diesem Fall wurde der Vorstand der Maruti-Suzuki Betriebsgewerkschaft nach Ausschreitungen im Werk Manesar im Juli 2012 eingesperrt und zu lebenslanger Haft verurteilt – insgesamt waren 148 Arbeiter*innen zeitweilig inhaftiert und 500 entlassen worden.

Der Vortrag ist in englischer Sprache und wird übersetzt.

Rosenheim Do, 08.06.17 – 19.00 Uhr
Z – Linkes Zentrum in Selbstverwaltung – Innstraße 45a
Salzburg Fr, 09.06.17 – 19.00 Uhr
Infoladen – Lasserstraße 26
Wasserburg Sa, 10.06.17 – 19.30 Uhr
Kinowerkstatt – Kirchplatz 3

Trump-Administration vs. Arbeiter*innenklasse

Die Wahl von Trump zum US-Präsidenten kam zustande, weil sich die von der neoliberalen Globalisierung und den politischen Eliten Abgehängten mit dem „business as usual“ nicht mehr zufrieden gaben. Hillary Clinton war die Personifizierung dieses fatalen Zusammenspiels von WallStreet und Washington. Deshalb hat sie die Wahlen verloren. Trumps America first ist die Propagandaformel für: Dass wir darniederliegen, geht zurück auf die Übervorteilung durch die anderen Wettbewerber in der Weltwirtschaft. Die haben uns mit miserablen Verträgen und unlauteren Praktiken – Stichwort: Währungsschwindel – auf die Verliererstraße gebracht. Unsere Industriearbeitsplätze wurden uns von Exportüberschussländern wie China und Deutschland gestohlen. Im Innern sorgen Latinos und Muslims für wachsende Kriminalität und sinkende Löhne. Sie müssen draußen bleiben, die hier schon Vorhandenen – in den USA sind mindestens 11 Millionen „illegal“ im Land – werden polizeilich zusammengetrieben und außer Landes gebracht. An der Grenze zu Mexiko wird eine riesige Mauer gebaut. Muslime aus bestimmten Länden erhalten keine Einreisevisa mehr. Die Chinesen, sagt Trump, haben die Mär von der Klimakatastrophe erfunden, um uns weiter zu schaden. Die USA werden alle Klimaabkommen aufkündigen – und auch internationale Handelsverträge wie Nafta, TPP und TTIP. Mit allen Länden wollen die USA neue bilaterale Verträge aushandeln, wo sie ihre überlegene Wirtschaftsstärke ausspielen und ihre militärischen Mittel als offene Drohung einsetzen. Kriegsdrohungen, auch mit Atomwaffen, gehören zum alltäglichen Arsenal dieser Politik.

Im Innern betätigt sich Trump als Abrissbirne für die US-Demokratie. Seine Regierung ist dabei, „alle Teile des Staates aufzulösen, die für das Allgemeinwohl verantwortlich sind und der Profitmaximierung von Großkonzernen und den Reichen im Wege stehen“ (Chomsky). Die Demokratische Partei ist, vom Sanders-Flügel abgesehen, nach wie vor in desolatem Zustand. Die dominierende Obama-Clinton-Gruppe propagiert nicht Arbeiterrechte oder Maßnahmen gegen den Klimawandel, sondern sie konzentriert sich mehr auf die Frage, ob die Russen versucht haben, in den US-Wahlkampf einzugreifen. Eine Lachnummer für die ganze Welt, die weiß, dass die USA nicht nur in allen Weltregionen Wahlen manipuliert, sondern Regierungen gestürzt haben.
Diese Fragen vor allem sollen uns beschäftigen:

  • Hat das Trump-Konzept des „America First“ eine Chance, die Lebenslage der Arbeiterklasse der USA zu verbessern?
  • Was wird aus dem Gegensatz und dem Widerspruch des global-kosmopolitisch operierenden Kapitals (WallStreet, Silicon Valley) zu Trumps protektionistischem Konzept?
  • Wo stehen die Kräfte gegen den brutalen Neoliberalismus Trumps, der sich auf den weißen Nationalismus stützt und die „Fremden“ und das „Fremde“ zu den Sündenböcken der sozialen Mängel machen will?
  • Wie sieht die Zukunft der Demokratischen Partei aus? Wohin wenden sich die Gewerkschaften? Hat die Green Party als Dritte Partei eine Chance?
  • Wie geht es weiter mit TTIP?

Ein Vortrag von Conrad Schuhler (institut für sozialökologische wirtschaftsforschung). Der Referent studierte und lehrte an Hochschulen in den USA. Nicht zuletzt dadurch gelingen ihm immer wieder spannende Innenansichten, die mitunter quer zu vorherrschenden Ressentiments verlaufen und jederzeit hörenswert sind.

Rosenheim Do, 29.06.17 – 19.00 Uhr
Z – Linkes Zentrum in Selbstverwaltung – Innstraße 45a

Globale Einkommensverteilung

Bis vor wenigen Jahrzehnten war die weltweite Einkommensverteilung noch “in Ordnung“, sie entwickelte sich in den seit Jahrhunderten bekannten Bahnen: hier die reichen Länder mit einem hohen, dort die armen Länder mit einem niedrigen Durchschnittseinkommen. Und dieser Unterschied stieg fortwährend.

Aber seit den 1990er Jahren passiert etwas völlig Unerhörtes: ein Umschwung, der dieses vertraute Bild, diesen ewigen Trend total ins Gegenteil verkehrt.

Heute gibt es Milliardäre nicht nur in den USA, sondern auch in China und in Mexiko. Und umgekehrt steigt die Anzahl der US-Amerikaner, die von weniger als 2 Dollar am Tag leben müssen, die also in die Kategorie „Extreme Armut“ fallen. Die UNO schreibt dazu: “Man kann behaupten, dass es einen ‘Süden‘ im Norden und einen ‘Norden‘ im Süden gibt“.

Was ist da los? Wir wollen die Veränderungen in der globalen Einkommensverteilung beleuchten:

Die Verschiebungen zwischen den Ländern, das Aufholen bisher armer Länder.
Und die Veränderungen innerhalb der Länder, die fast überall vorzufindende zunehmende Ungleichheit.

Und wir fragen:

Was steckt hinter den Veränderungen?
Wie wirkt die Globalisierung?
Wie wird sich die Einkommensverteilung perspektivisch entwickeln?
Welche Chancen haben die immer noch Milliarden Extremarmen und Hungernden, vom zunehmenden Reichtum der Welt doch noch etwas abzubekommen?

Weitere Infos:
isw forschungsheft 5: https://isw-muenchen.de/produkt/forschungshefte-5/
Franz Garnreiter: https://isw-muenchen.de/author/franz-garnreiter/